Jazzcologne 2008                 Samstag, 01.01.2008

 

Übersicht Programm                   31.10. 01.11. 02.11. 03.11. 04.11.

Pascal Niggenkemper           WDR Funkhaus Köln Sendesaal 2                            18:00 h 

 
Mythos New York: Seit geraumer Zeit ist der Kölner Kontrabassist Pascal Niggenkemper in der Welthauptstadt des Jazz zu Hause und lässt sich von der prickelnden Atmosphäre im „Big Apple“ inspirieren. Dort traf der 30-Jährige auch die beiden fast gleichaltrigen Musiker seines klavierlosen Trios, den flämischen Saxofonisten Robin Verheyen und den amerikanischen Schlagzeuger Tyshawn Sorey. Zusammen spielen sie eine Improvisationsmusik, die das geschichtsträchtige Erbe des Jazz in sich trägt, ohne den Blick auf die Moderne vermissen zu lassen – rauschhaft, jugendlich und frisch.

Pascal Niggenkemper_b, Robin Verheyen_ts, Tyshawn Sorey_dr, perc
 

 

Cologne Contemporary Jazz Orchestra  & Inga Lühning, Ltg. Travis Sullivan          Stadtgarten / Konzertsaal             20:00 h 
James Carter Quintet
Dana Leong Milk & Jade

Eintritt: € 16/12 Online Tickets

 
Travis Sullivan
Es ist gute Tradition, dass die künstlerischen Leiter von WDR 3 jazz.cologne, Reiner Michalke und Bernd Hoffmann, gemeinsam mit dem Cologne Contemporary Jazz Orchestra (CCJO) nach einem Arrangeur für diesen Festivalabend Ausschau halten. In 2008 fiel die Wahl auf Travis Sullivan. Der New Yorker Arrangeur bringt für das Konzert Stücke aus seinem Björk-Repertoire mit nach Köln. Seit 2004 sorgt er nämlich mit seinem Bjorkestra für frischen Wind in der Downtown-Avantgarde-Szene von New York. Mal bleibt Sullivan mit seinen Arbeiten nah am Original, mal entfernt er sich mit seinen Arrangements weit von den ursprünglichen Songideen der isländischen Pop-Diva. Doch stets öffnet er überraschende Perspektiven auf das Werk von Björk. Sein „The Music Of Björk Gudumundsdottir For Large Jazz Ensemble“ führt er zum ersten Mal in Deutschland auf, gespielt von einem der besten Jazzorchester hierzulande.

Travis Sullivan_arr, ld, Inga Lühning_voc, Frank Wellert, Mathias Schriefl, Matthias Bergmann, Ralf Hesse, Christian Winninghoff_tp, Peter Schwatlo, Ansgar Striepens, Andreas Schickentanz, Wolf Schenk_tb, Marko Lackner, Frank Sackenheim, Claudius Valk, Niels Klein, Marcus Bartelt_sax, Markus Schieferdecker_b, Jürgen Friedrich_p, Jens Düppe_dr

James Carter Quintet
Der Titel des neuen Albums von James Carter ist Programm: „Present Tense“. Für den 1969 in der Arbeiter- und Autostadt Detroit geborenen Carter ist die swingende Musik der USA ein Kontinuum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des afroamerikanischen Jazz hörbar sind. Der einstige „Young Tough Tenor“ klingt heutzutage abgeklärter, reifer und intelligenter als noch vor zehn Jahren. Doch Gegensätze in seiner Musik sind weiterhin präsent. Noch immer prallt die lässig-swingende Eleganz der Größen des Jazz auf die bilderstürmerische Energie der Avantgarde, noch immer expressive Virtuosität auf ausgereiftes Musikantentum, effektvolles Entertainment auf spielerische Raffinesse. Vor allem live auf der Bühne überzeugt Carter heutzutage mit einem Amalgam, das so gar nicht in das Bild passt, wie es am Beginn seiner Karriere gezeichnet wurde. Ellington trifft Dolphy trifft Jarman – und mittendrin: Carter, umrahmt von seinem Instrumentarium, cool und prophetisch.

James Carter_sax, bcl, fl, Corey Wilkes, NN_tp, Gerard Gibbs_p, Ralphe Armstrong_b, Leonard King_dr

Dana Leong Milk & Jade
Sein Vorbild: West-Coast-HipHop-Guru Dr. Dre. „Als er das erste Mal auf der Szene erschien, brachte er seine eigene Community mit – und mit diesen Leuten arbeitet Dr. Dre auch heute noch“, erzählte Dana Leong dem amerikanischen Downbeat Magazine. Doch die multistilistischen Abenteuer des studierten Cellisten und Posaunisten können nicht nur mit diesem – überraschenden – Vorbild erklärt werden. Aufgewachsen und groß geworden in der Bay Area von San Francisco, kam er erst nach seiner Ankunft in New York in Kontakt mit aktueller, auch improvisierter Musik. Hier, an der Ostküste, ist er seitdem gefragter Sideman für so unterschiedliche Musiker – wie beispielsweise Steve Coleman, Dafnis Prieto, Kanye West oder P.Diddy. Doch vor allem mit seiner eigenen Band Milk & Jade (in Anspielung auf seine chinesisch-japanischen Wurzeln) spielt Leong eine mitreißende, vielgestaltige Improvisationsmusik, mit der er eine Brücke zwischen der kühlen Klangarchitektur etwa eines Coleman und dem schwitzigen Funk-Feuer eines James Brown schlägt. Im Mittelpunkt stehen digitale Texturen, die sich durch das analoge Instrumentarium immer wieder zu neuen, lautstarken Klangwellen auftürmen – inklusive der „Conscious Raps“ von Mtume Gant alias Core Rhythm.

Dana Leong_vc, tb, electr, Adam Platt_keys, Aviv Cohen_dr, Core Rhythm_rap

 

Flexkögel, Wildbirds & Peacedrums           Stiftersaal im Wallraf-Richartz-Museum              20:00 h 

Eintritt: Museumsnacht-Ticket 14 €

In Zusammenarbeit mit der Museumsnacht Köln:

Flexkögel
„Wilde Gezeiten sind keine Kleinigkeit“ reimt Britta-Ann Flechsenhar in „Wilde Gezeiten“ vom gleichnamigen neuen Album von Flexkögel. Die oftmals deutschsprachigen Lieder von Flexkögel sind ironisch-reflektierte, versponnen-hintergründige und immer auch sinnliche Bestandsaufnahmen der Wirklichkeit in Deutschland. Zitatenreich gestalten Flechsenhar und der Gitarrist Christian Kögel eine nach vielen Seiten offene Musik, in der Jazz und New Wave ebenso zu Hause sind wie Pop, Soul und deutschsprachiger Rap. Klasse: Flechsenhars in Fantasieportugiesisch gesungener Geburtstagsgruß an 50 Jahre Bossa Nova.

Britta-Ann Flechsenhar_voc, Christian Kögel_g, Hans Otto_dr

Wildbirds & Peacedrums
Was braucht es mehr, als eine ausdrucksstarke Stimme und ein expressiv gespieltes Drumset, um gute, um ehrliche, um persönliche Musik zu machen. Mariam Wallentin und Andreas Werliin verkörpern als Wildbirds & Peacedrums eben diese Eigenschaften. Mit kraftvoller Stimme und großer Geste stellt Wallentin berückend-intime Songs vor, nur begleitet von dem fast rituell klingenden Schlagzeugspiel ihres Partners Werliin. Ist es Pop? Oder Soul? Oder gar auf Schweden übertragene Spirituals? Müßig, danach zu fragen – denn das Ergebnis ist gleichermaßen spirituell wie überzeugend.

Mariam Wallentin_voc, zither, Andreas Werliin_dr 

 

Tickets bei :
 

 

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