Travis Sullivan
Es ist gute
Tradition, dass die künstlerischen Leiter von WDR 3 jazz.cologne,
Reiner Michalke und Bernd Hoffmann, gemeinsam mit dem Cologne
Contemporary Jazz Orchestra (CCJO) nach einem Arrangeur für
diesen Festivalabend Ausschau halten. In 2008 fiel die Wahl auf
Travis Sullivan. Der New Yorker Arrangeur bringt für das Konzert
Stücke aus seinem Björk-Repertoire mit nach Köln. Seit 2004
sorgt er nämlich mit seinem Bjorkestra für frischen Wind in der
Downtown-Avantgarde-Szene von New York. Mal bleibt Sullivan mit
seinen Arbeiten nah am Original, mal entfernt er sich mit seinen
Arrangements weit von den ursprünglichen Songideen der
isländischen Pop-Diva. Doch stets öffnet er überraschende
Perspektiven auf das Werk von Björk. Sein „The Music Of Björk
Gudumundsdottir For Large Jazz Ensemble“ führt er zum ersten Mal
in Deutschland auf, gespielt von einem der besten Jazzorchester
hierzulande.Travis
Sullivan_arr, ld, Inga Lühning_voc, Frank Wellert, Mathias
Schriefl, Matthias Bergmann, Ralf Hesse, Christian
Winninghoff_tp, Peter Schwatlo, Ansgar Striepens, Andreas
Schickentanz, Wolf Schenk_tb, Marko Lackner, Frank Sackenheim,
Claudius Valk, Niels Klein, Marcus Bartelt_sax, Markus
Schieferdecker_b, Jürgen Friedrich_p, Jens Düppe_dr
James Carter Quintet
Der Titel des neuen Albums von James Carter ist Programm: „Present
Tense“. Für den 1969 in der Arbeiter- und Autostadt Detroit
geborenen Carter ist die swingende Musik der USA ein Kontinuum,
in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des
afroamerikanischen Jazz hörbar sind. Der einstige „Young Tough
Tenor“ klingt heutzutage abgeklärter, reifer und intelligenter
als noch vor zehn Jahren. Doch Gegensätze in seiner Musik sind
weiterhin präsent. Noch immer prallt die lässig-swingende
Eleganz der Größen des Jazz auf die bilderstürmerische Energie
der Avantgarde, noch immer expressive Virtuosität auf
ausgereiftes Musikantentum, effektvolles Entertainment auf
spielerische Raffinesse. Vor allem live auf der Bühne überzeugt
Carter heutzutage mit einem Amalgam, das so gar nicht in das
Bild passt, wie es am Beginn seiner Karriere gezeichnet wurde.
Ellington trifft Dolphy trifft Jarman – und mittendrin: Carter,
umrahmt von seinem Instrumentarium, cool und prophetisch.
James
Carter_sax, bcl, fl, Corey Wilkes, NN_tp, Gerard Gibbs_p, Ralphe Armstrong_b,
Leonard King_dr
Dana Leong Milk & Jade
Sein Vorbild: West-Coast-HipHop-Guru Dr. Dre. „Als er das erste
Mal auf der Szene erschien, brachte er seine eigene Community
mit – und mit diesen Leuten arbeitet Dr. Dre auch heute noch“,
erzählte Dana Leong dem amerikanischen Downbeat Magazine. Doch
die multistilistischen Abenteuer des studierten Cellisten und
Posaunisten können nicht nur mit diesem – überraschenden –
Vorbild erklärt werden. Aufgewachsen und groß geworden in der
Bay Area von San Francisco, kam er erst nach seiner Ankunft in
New York in Kontakt mit aktueller, auch improvisierter Musik.
Hier, an der Ostküste, ist er seitdem gefragter Sideman für so
unterschiedliche Musiker – wie beispielsweise Steve Coleman,
Dafnis Prieto, Kanye West oder P.Diddy. Doch vor allem mit
seiner eigenen Band Milk & Jade (in Anspielung auf seine
chinesisch-japanischen Wurzeln) spielt Leong eine mitreißende,
vielgestaltige Improvisationsmusik, mit der er eine Brücke
zwischen der kühlen Klangarchitektur etwa eines Coleman und dem
schwitzigen Funk-Feuer eines James Brown schlägt. Im Mittelpunkt
stehen digitale Texturen, die sich durch das analoge
Instrumentarium immer wieder zu neuen, lautstarken Klangwellen
auftürmen – inklusive der „Conscious Raps“ von Mtume Gant alias
Core Rhythm.
Dana
Leong_vc, tb, electr, Adam Platt_keys, Aviv Cohen_dr, Core
Rhythm_rap
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