|
Philip Zoubeks „LHZ+H“ Hinter dem
Akronym LHZ+H verbergen sich Thomas Lehn (Analog-Synthesizer),
Carl Ludwig Hübsch (Tuba) und Philip Zoubek (Piano) plus der
österreichische Gastsolist Franz Hautzinger (Trompete). Doch so
sperrig und unzugänglich sich dieses Akronym auf den ersten
Blick auch liest, so offen geben sich die kammermusikalischen
Experimente dieser vier Musiker. Das Spiel mit der Hörerwartung
des Publikums steht im Mittelpunkt: Elektronische Resonanzen
werden umgedeutet in analoge Klänge, musikalische
Materialerweiterung und die instrumentaltechnische Spielhaltung
der Avantgarde und Neuen Musik fügen sich zu einer Kammermusik
zwischen Improvisation und Komposition – vielschichtig,
kommunikativ und stets individuell.
Philip Zoubek_p, Thomas
Lehn_elect, Carl Ludwig Hübsch_tu, Franz Hautzinger_tp
Henry Threadgill’s Zooid
Die musikgeschichtliche
Leistung von Henry Threadgill war, dass er die
Kollektivimprovisation des frühen Jazz in die US-Avantgarde
integrieren konnte: So interpretierte der gebürtige Chicagoer
und AACM-Veteran bereits zu Beginn der 1970er im Trio mit Steve
McCall und Fred Hopkins stets auch Jazz-Klassiker wie etwa den
„King Porter Stomp“. Dieses Prinzip hat der Saxofonist im Laufe
der Jahre verfeinert – und auch in die Spielpraxis seiner
aktuellen Band Zooid eingefügt. Obwohl oder gerade weil das
Repertoire ausschließlich aus Originalkompositionen besteht, so
ist die Frühzeit der swingenden Musik aus den USA in seiner
Musik stets präsent. Ein offenes, luftig gestricktes polyphones
Geflecht der Stimmen bestimmt die Richtung der
Improvisationsmusik seines Quintetts. Und mehr noch: Threadgill
glückt es, die Musikkulturen der Welt ebenso in seinen Kosmos zu
integrieren wie die populäre Musik auch aus den USA.
Henry
Threadgill_as, Liberty Ellman_g, José Davilla_tb, tu, Stomu
Takeishi_b; Elliot Kavee_dr
|