Jazzcologne 2006                 Freitag, 27.10.2006

 

Übersicht Programm                   27.10. 28.10. 29.10. 30.10. 31.10. 01.11. 02.11.

Eckard Koltermann Quartett           WDR Funkhaus Wallrafplatz / Kleiner Sendesaal                    18:00 Uhr  

Seit mehr als 25 Jahren ist Eckard Koltermann auf dem Jazz-Circuit aktiv. Suchte der 1958 geborene Klarinettist, Saxofonist und Komponist in den vergangenen Jahren mit seiner Musik oft nach Verknüpfungen verschiedener Kunstformen und -gattungen – vor allem legte er einen Schwerpunkt seiner Arbeiten auf die Synthese von Wort und Klang –, so erfüllte er sich 2004 mit der Gründung seines Quartetts einen langgehegten Traum: eine Working-Band, mit der er ein fast als klassisch zu bezeichnendes Jazz-Repertoire verwirklichen kann. Das Besondere beim Eckard Koltermann Quartett: nicht nur der Leader schreibt Stücke für das Bandbook, sondern auch befreundete Kollegen und Weggefährten. Im Mittelpunkt stehen die beiden von Koltermann virtuos geblasenen, tiefen Holzblasinstrumente, um die herum sich ein dunkel gefärbter Modern Jazz gruppiert, mit dem gekonnt die Antipoden Komposition und Improvisation verbunden werden. Aber auch hier kommt Koltermanns Vorliebe für außergewöhnliche Textvertonungen nicht zu kurz: So übersetzen er und seine Musiker zum Beispiel Gedichte des Essener Autors Herbert Somplatzki und des russischen Lyrikers Daniil Charms in Musik – Charms’ „Kakerlakenblues“ kommt etwa in Koltermanns Fassung passend als formal offen gestalteter Blues daher.

Eckard Koltermann: bcl, bs, Stevko Busch: p, Marcus Conrads: b, Achim Krämer: dr

Info: www.eckard-koltermann.de 

(im Radio: WDR3 Konzert / 30.10. / 20.05-22.00 Uhr)

 
WDR Jazzpreis 2006

„Ehrenpreis 2006“: Jazz-Fotografie

Ausstellungseröffnung mit Bildern von Lutz Voigtländer im Foyer vom WDR Funkhaus Wallrafplatz
         19:15 Uhr
Der Fotograf Lutz Voigtländer hat mit seinen Musikerporträts einen unverkennbaren Look entwickelt. Nicht der Jazzmusiker bei seiner Arbeit auf der Bühne interessiert den gebürtigen Kölner. Vielmehr sucht Voigtländer nach das Auge überraschenden, auch unter grafischen Aspekten interessanten Räumen und Plätzen, in denen er die Porträtierten in Szene setzt: Rapper Biz Markie in kurzen Hosen auf einer Mauer, Saxofonist Chris Potter vor der kühlen Fassade einer Marmorwand, eine schüchtern lächelnde Diana Krall auf hellblauem Teppichboden, Dee Dee Bridgewaters blitzendes Lachen zwischen einer Gardine und Fensterstrebe eingerahmt... Lutz Voigtländers Musikerporträts sind bis zum 4. November im Foyer des WDR Funkhauses am Wallraffplatz zu sehen.

Info: www.lutzvoigtlaender.de
 

 

WDR Jazzpreis 2006           WDR Funkhaus Wallrafplatz /
Klaus-von-Bismarck-Saal      

Eintritt: € 8,80 / € 4,30 ermäßigt                                                                                                                       20:00 Uhr  

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„Komposition“: WDR Big Band

Ltg. Michael Abene, Kompositionen von Florian Ross

Florian Ross lässt sich stilistisch nur schwer einordnen. Sein Œuvre umfasst mittlerweile sechs CDs als Leader, die der Pianist mit verschieden großen  Besetzungen vom Jazz-Piano-Trio bis hin zu Big Band und Orchester aufgenommen hat. Aber er ist mehr als nur ein Instrumentalist. In den vergangenen mehr als zehn Jahren konnte sich Ross international einen herausragenden Namen als vielseitig interessierter und raffiniert schreibender Komponist und Arrangeur machen. Mit seinem Werk gelingt es ihm stets auf’s Neue, Brücken zwischen der sich weitverzweigenden Jazzgeschichte und einer sich multistilistisch gebenden Avantgarde zu schlagen. Eigens für das Konzert zum diesjährigen WDR Jazzpreis in der Kategorie „Komposition & Arrangement“ legt Ross der WDR Big Band einige seiner Stücke auf die Pulte, mit denen er einmal mehr zeigt, wie vital und modern, kreativ und eigenständig großorchestraler Jazz klingen kann.

Die Besetzung der WDR Big Band

Andy Haderer: tp, Rob Bruynen: tp, Klaus Osterloh: tp, John Marshall: tp, Dave Horler: tb, Ludwig Nuß: tb, Bernt Laukamp: tb, Mattis Cederberg: tb, Heiner Wiberny: sax, Karolina Strassmayer: sax, Olivier Peters: sax, Paul Heller: sax, Jens Neufang: sax, Frank Chastenier: p, John Goldsby: b, Paul Shigihara: guit, Hans Dekker: dr, Michael Abene: ld, Florian Ross: comp

Info: www.florianross.de & www.wdr.de/radio/orchester/big_band/

 

(im Radio: WDR3 Jazznacht: wdr3 jazz.cologne / 28.10. & 29.10. / 20.05-06.00 Uhr)

„Improvisation“: Matthias Schriefl „Shreefpunk plus Strings“           WDR Funkhaus Wallrafplatz /
Klaus-von-Bismarck-Saal                                                                                                                       20:00 Uhr  

 

Besitzt ein gerade einmal 25 Jahre junger Jazzmusiker schon die Reife, um eine individuelle Sprache auf seinem Instrument zu haben? Im Fall von Matthias Schriefl ist die Antwort eindeutig: Er kann. Der 1981 in Kempten im Allgäu geborene Trompeter gehört zu der Generation junger deutscher Musiker, die offene Ohren haben und sich risikobereit durch das musikalische Dickicht abseits vom Jazz-Mainstream schlagen. In seiner Wahlheimat Köln konnte er seine Vielseitigkeit und Eigenständigkeit auf der Trompete und dem Flügelhorn in diversen Bandprojekten schon des öfteren unter Beweis stellen – wie beispielsweise in seiner mit Elektro-Jazz angereicherten Formation „Spacelab“ oder in der zusammen mit Andy Haderer (Trompeter in der WDR Big Band) angeführten „Two Generations Of Trumpet“, beim Cologne Contemporary Jazz Orchestra oder als Solist bei der WDR Big Band. Einen ganz eigenen Weg verfolgt Schriefl auch mit seinem Quartett „Shreefpunk“, mit dem er sich bei seinem WDR Jazzpreis-Konzert präsentiert: Die vier Musiker pendeln mit kurzen Stücken zwischen geschichtsträchtigem New Orleans Jazz, strubbeligem Punk und Rock und eruptivem Modern Jazz. Der Clou: Ein Streichquartett öffnet Schriefls augenzwinkernden Stilmix nun auch noch gegenüber zeitgenössischer komponierter Avantgarde und Neuer Musik.

Matthias Schriefl: tp, Johannes Behr: guit, Robert Landfermann: b, Jens Düppe: dr, Gerdur Gunnarsdottir: v, Christine Rox: v, Stephan Blaumer: vl, Daniel Raabe: vc

 

(im Radio: WDR3 Jazznacht wdr3 jazz.cologne / 28.10. & 29.10. / 20.05-06.00 Uhr)

 

 

„Nachwuchspreis“: Big Band der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl           WDR Funkhaus Wallrafplatz /  Klaus-von-Bismarck-Saal                                                                                                20:00 Uhr  

 

Ltg. von Elmar Frey 

Seit 30 Jahren liegt einer der Schwerpunkte der Arbeit der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl im Big-Band-Bereich. Unter der Leitung des erfahrenen Jazz-Pädagogen und Saxofonisten Elmar Frey lernen jugendliche Musiker unter anderem ein umfassendes Repertoire mit Stücken aus dem „Great American Songbook“. Mit Erfolg: So führten zum Beispiel Gastspielreisen die Big Band der Kunst- und Musikschule Brühl in die ganze Welt, namhafte Dozenten konnten für Workshops gewonnen werden und im letzten Jahr hat man in Nürnberg den „Jupiter Big Band Contest“ für sich entschieden.

Info: www.kums-bruehl.de

 

Dhafer Youssef Quartet          Stadtgarten, Konzertsaal                                                     22:00 Uhr  
Eintritt: Euro 10 (vvk)/12 (ak)

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In der improvisierten Musik ist die arabische Kurzhalslaute Oud noch immer selten zu hören. Einer der wenigen Oud-Spieler auf dem Jazzparkett ist der 1967 in Tunesien geborene Dhafer Youssef. Schon bald nach seinem Umzug 1990 nach Wien sorgte er dort in seiner neuen Heimat aber nicht nur als Instrumentalist für Aufsehen. Vielmehr begann er, zeitgenössische Jazz-Musik mit den mystischen und archaischen Klangwelten der Sufi-Tradition zu kombinieren – und ist bis Heute in verschiedenen Besetzungen mit dieser aufregenden Stilmixtur zu hören. Youssef ist ein Wanderer zwischen den Welten geblieben: Im Laufe der letzten Jahre hat er dann auch noch elektronische, digital am Computer erzeugte Parts in seine Musik integriert. Eine Arbeitsweise, die er mit nun seinem norwegischen Quartett sogar noch verfeinert. Die karge Klangästhetik dieses kleinen Landes am Rande Europas, wie sie in letzter Zeit von Musikern wie beispielsweise dem Keyboarder Bugge Wesseltoft und eben auch dem Gitarristen Eivind Aarset erfolgreich in die Welt hinaus getragen worden ist, fügt Youssef passgenau in seinem eh schon musikalisch eigenwillig gestalteten Klangkosmos und geht dabei bewusst das Risiko ein, Brüche zu provozieren und mit den Hörerwartungen seines Publikums zu spielen.

Dhafer Youssef: oud, voc, Eivind Aarset: guit, Audun Erlien: b, Rune Arnesen: dr

Info: www.dhaferyoussef.com 

(im Radio: WDR3 Jazznacht: wdr3 jazz.cologne / 28.10. & 29.10. / 20.05-06.00 Uhr)

 

 

"Phishbacher"          Stadtgarten Restaurant                                                                                      23:00 Uhr  

NYC´S HARD HITTING FUNKIFIED GROOVEOLOGY feat. Walter Fischbacher: Keys,
Chris Tarry: bass, Hari Ganglberger: drums, Bernard Ullrich: sax

 

 

 

Stadtgarten Konzertsaal

 

WDR Funkhaus Wallrafplatz

 
 
27.10.

Eckhard Koltermann Quartett
Kleiner Sendesaal - 18:00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung WDR Jazzpreis 2006
Foyer - 19:15 Uhr

  WDR Jazzpreis 2006 Konzerte & Verleihung WDR Big Band Leitung
Klaus von Bismark - 20:00 Uhr
28.10. Florian Weber Trio »Minsarah«
Kleiner Sendesaal - 18:00 Uhr
29.10. The Heritage Orchestra
Klaus-von-Bismarck Saal
11:00 Uhr

 

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