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Auf der Szene
zeitgenössischer improvisierter Musik nimmt Marc Ribot eine
Sonderstellung ein: Nachdem der Gitarrist in den 1980ern in John
Luries „Lounge Lizzards“ erstmals für Furore gesorgt hatte,
entwickelte er sich im weiteren Verlauf zu einem der
eigenständigsten, vor allem aber eigenwilligsten
Instrumentalisten und Komponisten innerhalb der New Yorker
Downtown-Avantgarde-Szene. Führte er vor einigen Jahren mit „Los
Cubanos Postizos“ den Kuba-Trend ad absurdum und verrührte mit „Shrek“
Popmusik und Jazz zu einem heißen Gumbo, so hat sich sein
aktuelles Band-Projekt „Spiritual Unity“ dem Werk des
Free-Jazz-Innovators Albert Ayler verschrieben. Aber Ribot und
die Musiker seines Quartetts, dem unter anderem der
Ayler-Weggefährte Henry Grimes am Bass angehört, sind keine
Epigonen, die den hochemotionalen Free Jazz dieses 1970 unter
ungeklärten Umständen verstorbenen Saxofonisten nur
reproduzieren. Vielmehr glückt es diesem Vierer auf subtile Art
und Weise, die Spiritualität Aylers, wie sie unter anderem in
dessen Originals wie „Invocation“ und „Truth Is Marching In“ zum
Ausdruck kommt, kongenial einzufangen und ohne Reibungsverluste
zu modernisieren – ein großer Wurf.
Marc Ribot:
guit, Roy Campbell: tp, Henry Grimes: b, Chad Taylor: dr
Info:
www.marcribot.com
(im Radio:
WDR3 Konzert: wdr3 jazz.cologne / 27.11. / 20.05-22.00 Uhr)
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