Jazzcologne 2005                 Samstag, 09.07.2005

Florian Ross Trio

Florian Ross Trio                    Funkhaus Wallrafplatz, Kleiner Sendesaal    17:00 Uhr Eintritt frei
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Florian Ross ist kein Dogmatiker. Das erklärte Ziel des in Köln lebenden Pianisten, Arrangeurs und Komponisten ist es vielmehr, den Jazz US-amerikanischer Prägung mit den spezifisch musikalischen Eigenheiten europäischer, komponierter und improvisierter Musik auszusöhnen. Ross selbstbewusst: „Wir haben eine Zeit erreicht, in der es nicht mehr notwendig ist, sich in der Musik politisch von Amerika abzusetzen.„ Sowohl der Pianist als auch der Komponist und Arrangeur Florian Ross ist mit seiner Musik, die er mit verschieden großen Besetzungen zu Gehör bringt, weit davon entfernt, sich für die Zwecke einer wie auch immer gearteten Heilslehre vereinnahmen zu lassen: So schlägt er zum Beispiel mit dem Anfang 2004 erschienenen Jazz-Piano-Trio-Album „Blinds & Shades„ gekonnt eine Brücke zwischen Jazz-typischen Formen und seinen oft liedhaft angelegten Kompositionen, „die ihre Würze im Moment der Afführung erhalten und nicht auf abgedroschene Jazz-Strukturen zurückgreifen„, so Ross. Sein eingeschlagener Weg hat Erfolg: „Faszinierender, mitreißender Jazz muss schon lange nicht mehr aus dem Mutterland dieser Musikrichtung kommen„, bestätigt Matthias Inhoffen im Magazin Stereoplay: „Ross, der schon mit Großen wie Vince Mendoza, Kenny Wheeler und Joe Lovano gearbeitet hat, zeigt exemplarisch in ‚Bye Bye Blackbird’ (dem einzigen Standard dieses Albums), wie fantasievoll er mit der Tradition spielen kann„ (www.florianross.de)

Florian Ross: p, Dietmar Fuhr: b, Martijn Vink: dr

Dino Saluzzi “Folklore”

 

 

 

 

 

WDR Big Band

Dino Saluzzi “Folklore”  & WDR Big Band    Kölner Philharmonie  20:00 Uhr   Eintritt: 06/09/10/12/14/16 Euro
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„Saluzzi spielt mit der Familie„, so der treffende Titel in der argentinischen Tageszeitung La Nación, die über einer Besprechung eines Konzerts von Dino Saluzzi zu lesen war. Immer dann, wenn Timoteo „Dino„ Saluzzi gemeinsam mit seinem Bruder Cuchara am Saxofon und an der Klarinette, seinem Sohn José Maria an der Gitarre und seinem Neffen Matias am Kontrabass auf der Bühne steht, dann setzt der im Mai 70 Jahre alt gewordene, argentinische Bandoneon-Virtuose in einer familiären Atmosphäre das fort, was er im Laufe seiner seit Jahrzehnten dauernden Karriere mit verschiedenen Besetzungen und unterschiedlichen Programmen auf den Weg gebracht hat: „Tango, Jazz & More„. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht natürlich der Tango, der neben seiner Kunstfertigkeit immer auch expressiv und emotional ist. Aber Saluzzi gehört eben auch zu den argentinischen Musikern, denen das formelhafte Korsett dieser Musik zu eng geschnürt ist. Von Beginn an war er immer auch bestrebt, die klassische Tanzmusik seiner Heimat gegenüber anderen Stilistiken aus aller Welt zu öffnen, wie beispielsweise der Neuen Musik bei seiner Zusammenarbeit mit dem Rosamunde Quartett, „Music For Bandoneon And String Quartet„, oder dem Jazz mit seinem aktuellen CD-Projekt im Duo mit dem norwegischen Schlagzeuger Jon Christensen, „Senderos„. „Das südamerikanische Fiebern und Glühen steckt selbstverständlich in Saluzzis Fingern und seinen Blutbahnen. Doch heraus kommen dabei stets in ihrer Zartheit unvergleiche Melodien, die Christensen selbst dann nicht zerpflückt, wenn er gleichsam Bruchstücke hoch- und dazwischenwirft„, schreibt etwa Guido Fischer über Saluzzis ungewöhnliche Duo-CD im Magazin Jazzthetik.  (www.saluzzimusic.com)

Dino Saluzzi: bandoneon, Cuchara Saluzzi: sax, cl, José Saluzzi: guit, Matias Saluzzi: b, Jorge Savelon: dr

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Seit Jahren schon deckt die WDR Big Band Köln mit ihren verschiedenen Programmen viele Bereiche des modernen Jazz ab. Das musikalische Spektrum ist breit: Neben klassischem Jazz-Big-Band-Repertoire legt man immer auch die programmatischen Schwerpunkte auf ungewöhnliche, oft auch musikalisch grenzüberschreitende Projekte – wie beispielsweise mit dem von Vince Mendoza komponierten und arrangierten „Jazzpaña„ mit Joachim Kühn als Solisten. Diese musikalische Vielseitigkeit zahlt sich aus. Mehr als 30 CDs sind mittlerweile bei verschiedenen Labels erschienen, die oft auch mit Preisen ausgezeichnet wurden. Gastdirigenten und -solisten sorgen für eine breite Öffentlichkeit, wie zum Beispiel 1996 mit Quincy Jones und Phil Collins im Rahmen einer Europa-Tournee. Und mittlerweile ist dieses Jazz-Orchester weltweit live zu verleben, weshalb das internationale Renommee der WDR Big Band Köln eben auch beständig wächst. Seit kurzem ist der Amerikaner Michael Abene Chefdirigent dieser einzigartigen europäischen Big Band: „Für mich ist sie eine der besten Bands in Europa, was viel heißen will, da es eine Menge wunderbarer Bands in Europa gibt.„ Für das von ihm komponierte und arrangierte Stück „Thoughts And Visions„ wurden keine – namhaften – Gastsolisten eingeladen. Vielmehr steht das solistische Potenzial der (Haus-)Musiker der WDR Big Band Köln im Mittelpunkt seiner mehrsätzigen Suite. (www.wdr-orchester.de)

Heiner Wiberny, Olivier Peters, ts, Paul Heller, ts , Jens Neufang, bs, Andy Haderer, Rob Bruynen, Klaus Osterloh, Liesl Whitacker, John Marshall, tp, Ludwig Nuss, Dave Horler, Bernt Laukamp, Mattis Cederberg, tb, Frank Chastenier, p, Paul Shigihara, guit, John Goldsby,  b Hans Dekker, dr, Michael Abene lg, arr

BERIMBROWN – BrasilianPercussion.Funk.Capoeira

BERIMBROWN – BrasilianPercussion.Funk.Capoeira   Stadtgarten   22:00 Uhr /  Eintritt: 10/12 Euro
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In ihrer Heimat Brasilien ist Berimbrown eine von den Medien gefeierte Live-Band, die bei ihren Konzerten mit ihrem wilden Mix aus temperamentvoller Percussion, treibenden Samba-Rhythmen und erdig-groovendem Funk das Publikum immer auch von den Stühlen kickt. Doch das farbenfrohe Live-Spektakel dieser 9-köpfigen Band hat auch einen ernsthaften politischen Hintergrund. Die Musiker von Berimbrown wuchsen in den Elendsvierteln von Belo Horizonte auf, in denen Drogen, Arbeitslosigkeit und Gewalt zur Tagesordnung gehörten. Als Ausweg aus dieser von Hoffnungslosigkeit geprägten Welt entdeckten der Berimbrown-Frontmann Mestre Negoativo und die Mitglieder seiner Band unter anderem die brasilianischen Kampftänze Capoeira und Maculele, die seit der Kolonialzeit auch Symbole des Widerstands gegen die portugiesische Herrschaft in Brasilien gewesen sind. Daraus entwickelte sich dann das für Berimbrown mittlerweile typisch gewordene Bühnenspektakel aus eben diesen Tänzen mit den verschiedenen Spielarten populärer brasilianischer Musik. Aber neben der Spielfreude live auf der Bühne vergessen Negoativo und Berimbrown ihre gesellschaftspolitische Haltung nicht: In Brasilien veranstalten die sozial engagierten Musiker zum Beispiel auch mit Kindern aus den Elendsvierteln Capoeira-Workshops, um diesen eine künstlerische und vor allem soziale Perspektive zu vermitteln.

Marconi Tadeu Gonçalves: perc, Moacyr Januario Filho: guit, b, Ronilson Rodrigues Silva: b, Ramos Lopes Gonçalves: perc, Adriano George da Silva: tp, Eduardo Augusto Guimaraes: dr, perc, Leonardo Brasilino Rodrigues: tb, Mamour Ba: guit, perc, Luis Paulo Ramos: dr

r.a.m. – round about midnight „Honeymunch“

r.a.m. – round about midnight „Honeymunch“  Stadtgarten-Restaurant  23:00 Uhr /  Eintritt: 10/12 Euro
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Honeymunch (auf deutsch: „Honigmampfer„) mixen Jazz und Funk mit elektronischer Musik. Mit Down- und Break Beats zaubert dieser Düsseldorfer Fünfer heimelige Clubatmosphäre mit Retro-Flair in die Clubs. Die fünf Grenzgänger sind keinem musikalischem Genre verpflichtet, Musik zum Tanzen und Chillen ist das Ziel der „Honigmampfer„ – aber eben handgemacht mit „echten„ Instrumenten. (www.honeymunch.de).

Ulf Gronen: guit, Ralf Stritt: keys, Michael Dau: perc, Andreas Stickel: b, Johann Fink: dr

 

Stadtgarten Konzertsaal

 

Studio 672

 
 
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